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Taiwan – ein Land voller Kultur und Herzlichkeit
- 12. November 2025
- Posted by: Beer Theresia
- Category: Allgemein
Von Zürich über Abu Dhabi nach Taipeh – zehn Tage lang begab sich eine neugierige Schüler:innengruppe der Bezauer Wirtschaftsschulen gemeinsam mit ihren Begleitlehrerinnen Qiaoshan Ye und Theresia Beer auf eine Reise, die bleibende Eindrücke hinterließ. Taiwan, auch bekannt als Formosa, „die Schöne“, empfing die Gruppe mit herzlicher Gastfreundschaft und einer faszinierenden Mischung aus Tradition und Moderne.
Ein Land zwischen Tempeln, Technologie und Tee
Gleich zu Beginn standen einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Taipehs auf dem Programm: die Residenz der Familie Lin, der imposante Freedom Square mit seinem Nationaltheater und der Konzerthalle, sowie der Präsidentenpalast und der kunstvoll gestaltete Longshan-Tempel, der besonders am Abend in mystischem Licht erstrahlt. Diese Orte vermittelten eindrucksvolle Einblicke in Taiwans Geschichte, Architektur und Spiritualität.
Der Samstag stand im Zeichen sozialer Erfahrungen. Gemeinsam mit Sozialarbeiter:innen erkundeten die Schüler:innen Taipeis Straßen und lernten das Leben obdachloser Menschen kennen – eine Begegnung, die viele nachdenklich stimmte. Im Anschluss bot das Museum der Weltreligionen einen faszinierenden Überblick über Glaubensrichtungen aus aller Welt und zeigte, wie vielfältig und respektvoll Religionen aufeinandertreffen können.
Kultur, Natur und Kulinarik – ein Land mit vielen Gesichtern
Am Sonntag ging es in die Hafenstadt Tamsui, wo eine entspannte Fährfahrt nach Bali, der Besuch des Archäologischen Museums und eine Radtour entlang der Küste auf dem Programm standen. Der Tag endete gemütlich auf den bunten Night Markets, die mit Düften, Farben und kulinarischen Überraschungen lockten.
Der Montag begann mit einem offiziellen Besuch im Austrian Office in Taipeh, der diplomatischen Vertretung Österreichs in Taiwan. Leiter Christian Helbig berichtete über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und beantwortete viele Fragen der Schüler:innen.
Neben seiner reichen Kultur, landschaftlichen Schönheit und herzlichen Gastfreundschaft ist Taiwan auch wirtschaftlich von globaler Bedeutung. Die Insel gilt als Zentrum der weltweiten Halbleiterproduktion und ist der größte und technologisch führende Chip-Hersteller der Welt. Unternehmen wie die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) beliefern nahezu alle großen Technologie- und Elektronikkonzerne – von Smartphones über Autos bis hin zu Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Damit spielt Taiwan eine Schlüsselrolle in der globalen Digitalwirtschaft und zeigt, wie Innovation und Präzision zu einem zentralen Teil der nationalen Identität geworden sind.
Nach den spannenden Gesprächen im Austrian Office standen der Besuch des Songshan Culture Parks – einer kreativen Oase zwischen Design, Geschichte und Natur – sowie des Ciyou-Tempels auf dem Programm. Der Tag klang bei Köstlichkeiten des Raohe Night Markets aus.
Am Dienstag ging es nach Shenkeng, wo die Gruppe selbst Tofu herstellte und anschließend an einer traditionellen Teezeremonie teilnahm. Ein Teebauer erklärte geduldig den Weg „vom Blatt bis zur Tasse“ – eine ruhige, fast meditative Erfahrung, die allen in bester Erinnerung blieb. Dank der Übersetzung durch unsere Chinesisch-Lehrerin Qiaoshan Ye konnten alle Details hautnah miterlebt werden – eine große Erleichterung und Bereicherung für die ganze Gruppe.
Der Mittwoch startete mit einer herzlichen Begegnung: Frühmorgens tanzten die Schüler:innen gemeinsam mit Senior:innen in einem Stadtpark und übten sich in Tai Chi. Im Anschluss folgten Besuche bei den Beitou-Thermalquellen und einem historischen japanischen Puji-Tempel. Nach einer Wanderung auf einen Vulkan erlebte die Gruppe am Abend einen weiteren Höhepunkt – den Besuch der Peking-Oper, deren farbenprächtige Kostüme, Musik und Bewegungskunst tief beeindruckten.
Am Donnerstag führte die Reise an die Nordküste zum Yehliu-Geopark, berühmt für seine bizarren Gesteinsformationen, die an riesige Morcheln erinnern. Danach ging es auf den Bibeishan, wo sich die Gruppe an der malerischen Landschaft erfreute. Der Abend bot schließlich ein absolutes Highlight: den Besuch des Taipei 101, einst das höchste Gebäude der Welt – mit einem atemberaubenden Blick über die Millionenmetropole.
Abschied mit Licht und Hoffnung
Der letzte Reisetag am 31. Oktober führte die Gruppe ins historische Jiaguashi, wo das Goldmuseum eindrucksvoll an die Zeit des Goldabbaus während der japanischen Kolonialzeit erinnert. Zum Abschluss des Tages reisten die Schüler:innen nach Shifen, wo sie gemeinsam Himmelslaternen steigen ließen – jede mit einem persönlichen Wunsch versehen. Es war ein symbolischer Moment voller Hoffnung, Dankbarkeit und Zusammenhalt.
Am Abend genoss die Gruppe ein gemeinsames Abschluss-Fondue – ein kulinarischer Höhepunkt der taiwanesischen Küche und ein schöner Abschluss einer Reise, die allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Mehr als nur eine Reise
„Taiwan hat uns nicht nur kulturell bereichert, sondern auch gezeigt, wie viel Offenheit, Respekt und Lebensfreude in Begegnungen liegen können“, fasste die Schülergruppe ihre Eindrücke zusammen. Die Reise war weit mehr als eine Studienfahrt – sie war eine Erfahrung fürs Leben, geprägt von interkulturellem Lernen, Teamgeist und neuen Perspektiven auf eine Welt, die in Vielfalt verbunden ist.
Ein herzlicher Dank gilt unserer Chinesisch-Lehrerin Qiaoshan Ye für die großartige Organisation und das vielfältige Programm sowie Begleitlehrerin Theresia Beer für ihre Unterstützung. Es war fantastisch – eine Reise, die uns nachhaltig inspirieren wird!
Bericht: Chinesisch-Gruppe der Schüler:innen der IV. HAK und IV. HLT Bezau mit Aleksandr Gill, Emilia Bösch, Emma Fussenegger, Fabian Stauss, Jana Pfattner, Laura Bolter, Lena Roschitz und Olivia Thurnher
Bezau, 11. November 2025
















Taiwan-Reisecrew mit dem Leiter des Austrian Office Taipei, Herr Christian-Helbig.